Funktionsweise von Stress

Bei Gefahr wird der Hypothalamus aktiviert und damit auch zwei wichtige Signalbahnen: das schnell reagierende sympathische Nervensystem mit dem Nebennierenmark (SAM), welches Adrenalin und Noradrenalin in den Blutkreislauf freisetzt, und die etwas langsamer funktionierende Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPNA), die eine entscheidende Rolle bei der Cortisolausschüttung spielt.

Adrenalin steigert die Reaktionsbereitschaft, den Sauerstofftransport, die Kraftentfaltung und die Energiebereitstellung – erhöhter Herzschlag, erweiterte Pupillen und Bronchien, gesteigerte Atemfrequenz, mit Sauerstoff und Blutzucker versorgte Muskeln, aktiviertes Gehirn, verstärkter Schweißfluss und erleichterte Blutgerinnung bringen den Körper auf Startposition.

Etwas verzögert schüttet der Hypothalamus CRH und Vasopressin in die Blutbahn. CRH erzeugt Angst und eine Schärfung der Sinne, erhöht die Aufmerksamkeit, führt zu Appetitlosigkeit und zur Verringerung der Libido. Angekommen an der Hypophyse, dem Hormonzentrum des Gehirns setzt CRH das Stresshormon ACTH frei, das über den Blutkreislauf das Nebennierenrindenmark erreicht und dort die Produktion und Aussonderung von Glucocorticoiden, hauptsächlich Cortisol, aktiviert. Cortisol – ein kleines, aber effektives Mittelchen, um den Körper in Aufruhr zu bringen. Es unterstützt die Wirkungen der SAM-Achse. Außerdem erhöht es die Zuckerkonzentration im Blut, stellt Fettsäuren für den Energiestoffwechsel bereit und hemmt Entzündungsreaktionen sowie Teile des Immunsystems.

Unser Organismus ist ein selbstregulatives System. Deshalb existieren viele negative Rückkopplungsmechanismen, die den Körper wieder in einen Gleichgewichtszustand zurück bringen. Neben seinen aktivierenden Wirkungen hemmt Cortisol die Bildung der Stresshormone ACTH und CRH. Andere, zeitlich etwas verzögert abgegebene Hormone wie schmerzdämpfende Opioide und das Antistresshormon Oxitoxin, Funktionen des Parasympathikus und der langsame Abbau von Adrenalin und Noradrenalin durch Enzyme steuern ebenfalls der Aktivierung entgegen.

Stress-Reaktions-Modell-Ginkgo-Prinzip_Mauritz-Barwinske

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