Gute Arbeit – eine Vision
Große Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Leo Tolstoi, Voltaire, Helmut Schmidt und Karl Lagerfeld haben schon lange erkannt, dass wir Arbeit lieben müssen, um sie gut zu machen, dass Arbeit glücklich und kreativ macht, wenn sie ausfüllend ist, man Freiräume hat und Tun und Ruhen im Gleichgewicht sind. Diese Menschen haben die Courage, entgegen gesellschaftlich akzeptierter Normen ihren Tagesrhythmus zu strukturieren und sich individuell passende Arbeitsbedingungen zu schaffen.
Der Autor Tom Robbins verbringt täglich drei Stunden am Schreibtisch, um an seinen Büchern zu arbeiten. Beethoven war dafür bekannt, seine Arbeitszeit mit Joggingrunden im Freien und einfachem Herumwandern regelmäßig zu unterbrechen – „während der Bewegung arbeiten“ nannte er selbst diese Tätigkeit. Churchill stand morgens recht spät auf und arbeitete niemals zwischen Mittag und 23 Uhr nachts. Viel lieber verbrachte er seine Zeit mit Malerei, Fische füttern und Karten spielen. Seine Philosophie: Unser Kopf braucht mehr Abwechslung als Pausen. Dostojewski benötigte für seinen schriftstellerischen Schöpfungsprozess vor allem Ruhe: „Einsamkeit und Faulheit liebkosen die Fantasie.“
Gandhi war Frühaufsteher. Nachmittags favorisierte er Laufen, lange Bäder und Massagen. Manchmal starrte er auch einfach gedankenversunken zum Horizont. Nietzsche machte sich Notizen während er spazieren ging – in Bewegung kamen ihm die besten Ideen. „Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave“, fand der Philosoph. Einstein gönnte sich täglich zwölf Stunden Schlaf und Goethe formulierte es ökonomisch: „Unbedingte Tätigkeit macht zuletzt bankrott.“
Diese Menschen haben herausgefunden, welche Art zu arbeiten am besten zu ihnen passt, wie sie ihre Kreativität und ihr Leistungspotenzial am sinnvollsten ausschöpfen können, ohne an Lebensqualität einbüßen zu müssen. Sie wissen, dass Phasen des selbstbestimmten Müßiggangs notwendige Voraussetzung für Kreativität und Produktivität sind. Sie stehen nicht mehr alleine da, denn es weht ein leiser Wind der Veränderung durch unsere Gesellschaft. Ein Wind, der die Spannung zwischen persönlichen Bedürfnissen und Arbeitszwang nach und nach auflöst. Wir wollen mitfliegen. Von oben können wir sehen, dass es hinter dem Horizont weiter geht, die Perspektive ändert sich. Wir wollen mehr.