Karoshi
Karoshi (jap. Tod durch Überarbeitung) bezeichnet in Japan den plötzlichen berufsbezogenen Tod. Todesursache ist meist ein durch Stress ausgelöster Herzinfarkt oder Schlaganfall. Der erste Fall von Karoshi wurde 1969 gemeldet, als ein 29-jähriger verheirateter Angestellter in der Versandabteilung der größten japanischen Zeitung einen Hirnschlag mit tödlichen Folgen erlitt.
Die Medien wurden erst Ende der 80er auf dieses Phänomen aufmerksam, nachdem mehrere geschäftsführende Manager im mittleren Alter ohne vorherige Anzeichen einer Erkrankung unerwartet verstarben. Heute sind in Japan bereits rund 40 Kliniken auf Karoshi-gefährdete Fälle spezialisiert. Jährlich sterben in der Gruppe der 20 bis 59-Jährigen um die 35 000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfall. Schätzungen zufolge sind ein Drittel dieser Fälle arbeitsbedingt (mehr als 10 000 Menschen) und bei 5 % (1 000 Menschen) wird die Todesursache auf Karoshi zurückgeführt.