Spiegelneuronen
Der italienische Neurowissenschaftler Giacomo Rizzolatti machte 1995 mit seinen Mitarbeitern eine sensationelle Entdeckung: Er fand heraus, dass es im Gehirn bestimmte Neuronen gibt, die uns dazu bringen, die Emotionen und Handlungen unseres Gegenübers aufzugreifen und zu imitieren. Das Forscherteam beobachtete die Aktivität eines Handlungsneurons bei einem Affen. Das Neuron war immer dann aktiv, wenn das Tier seinen Arm nach einer Nuss ausstreckte. Die Wissenschaftler stellten fest, dass diese Nervenzelle aber auch dann „feuerte“, wenn der Affe nur beobachtete, wie jemand anderes nach der Nuss griff.
Inzwischen ist bestätigt, dass es die so genannten Spiegelneuronen auch beim Menschen gibt. Doch im Gegensatz zum Affen funktioniert das Phänomen auch, wenn die Person sich die betreffende Handlung lediglich vorstellt.
Kein Wunder also, dass der menschliche Gesichtsausdruck einen so gravierenden Einfluss auf das Erleben und Verhalten von Menschen hat. Studien bestätigen sogar, dass Vorgesetzte, die negatives Feedback mit einem Lächeln formulieren, zufriedenere Mitarbeiter haben, als Chefs, die mit kritischer Miene Lob aussprechen.